UW
unterwasser-kamera.org Unterwasserkameras, Unterwassergehäuse & Fotografie unter Wasser
Home » AquaColorFix, Dive+ & Vivid-Pix im Test: Die besten Apps zur Unterwasser-Farbkorrektur

AquaColorFix, Dive+ & Vivid-Pix im Test: Die besten Apps zur Unterwasser-Farbkorrektur

Türkise und grünstichige Unterwasserfotos und Videos per Knopfdruck retten: AquaColorFix, Dive+, Vivid-Pix Land & Sea und Insta360 AquaVision im großen Praxistest 2026.

✓ Fachredaktion & Praxistest (Stand: 2026) Lesezeit: ca. 9 Min. (1823 Wörter) → Direkt zum 30-Sekunden-Kameraberater
★
Interaktiver 30-Sekunden-Kameraberater 2026 In 3 Klicks zur exakt passenden Unterwasserkamera oder zum richtigen Tauchgehäuse
Auswählen ↓
Interaktiver Physik-Simulator 10 Meter Wassertiefe

Farbverlust-Rechner unter Wasser: Ziehe den Regler von 0 m bis 40 m Tiefe

Bewege den Tiefenregler und beobachte live, wie die Wassermoleküle zuerst Rot, dann Orange und Gelb verschlucken – und welche Kamera- oder Lichtlösung du in genau dieser Tiefe brauchst:

0 m (Oberfläche) 5 m (Schnorcheln) 10 m 20 m (OWD) 30 m (AOWD) 40 m (Sporttauchgrenze)
Rot (650 nm)
15 %
Orange (600 nm)
35 %
Gelb (580 nm)
55 %
Grün (530 nm)
75 %
Blau (460 nm)
90 %

Jeder Taucher und Schnorchler kennt den Moment nach dem Auftauchen auf dem Boot: Unter Wasser leuchteten der Clownfisch in kräftigem Orange und die Weichkorallen in sattem Violett – doch beim Blick auf die Smartphone-Galerie oder das Display der Actioncam liegt über allen Aufnahmen ein dicker, kalt-türkiser oder flaschengrüner Schleier. Wer im Urlaub keine Zeit und keine Lust hat, jedes einzelne Bild stundenlang am Laptop in Photoshop zu bearbeiten, greift heute zu spezialisierten Unterwasser-Farbkorrektur-Apps wie AquaColorFix, Dive+ oder Vivid-Pix. Wir haben getestet, wie gut diese Ein-Klick-Apps das verschwundene Rotlicht tatsächlich zurückholen und wo die Grenze zwischen echter Farbkorrektur und künstlichem Bonbon-Rot verläuft.

Kurz gesagt
Unser Testergebnis: Für das schnelle Retten von Fotos und 4K-Videos direkt auf dem iPhone oder Android-Smartphone ist AquaColorFix aktuell die beste und ehrlichste App, weil sich die Stärke der Rot-Rekonstruktion stufenlos per Schieberegler dosieren lässt und es eine faire Einmalkauf-Option gibt. Wer am Windows-PC oder Mac hunderte RAW- und JPEG-Fotos einer Kompaktkamera (wie der Tough TG-7) im Stapel korrigieren möchte, fährt mit Vivid-Pix Land & Sea am besten.
Farbenfrohe Meeresschildkröte über einem Korallenriff nach gelungener Unterwasser-Farbkorrektur
Natürliches Korallenrot statt blassem Türkisschleier: In Tiefen zwischen 3 und 15 Metern ist noch genügend Rest-Rotanteil in der Bilddatei gespeichert, um ihn per App sauber herauszuarbeiten.

Warum normale Foto-Filter an Unterwasserbildern kläglich scheitern

Bevor wir die Apps vergleichen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Physik: Warum reicht es nicht, in der normalen Galerie-App von Apple oder Samsung einfach den Regler „Wärme / Temperatur“ nach rechts zu ziehen? Die Antwort liegt in der selektiven Lichtabsorption von Wasser. In acht Metern Tiefe hat das Wasser rund 85 Prozent des roten Lichtspektrums verschluckt, während Blau und Grün fast ungehindert passieren. Im digitalen RGB-Bild (Rot-Grün-Blau) ist der Rotkanal deshalb fast leer, während der Grün- und Blaukanal bis zum Anschlag gefüllt sind.

Ein normaler „Wärme“-Regler einer Land-Foto-App verschiebt lediglich die Balance zwischen Blau und Gelb. Zieht man ihn bei einem Unterwasserfoto hoch, wird das blaue Meerwasser im Hintergrund schmutzig-gelbgrün, während die Korallen im Vordergrund weiterhin grau bleiben. Spezialisierte Unterwasser-Apps wie AquaColorFix und Dive+ arbeiten völlig anders: Sie analysieren die Helligkeitsverteilung im Grünkanal und nutzen eine sogenannte Kanalmischung (Channel Mixing), um fehlende Rot- und Magentawerte gezielt in den mittleren Tonwerten (auf Fischen, Hauttönen und Korallen) zu rekonstruieren, während das tiefe Meeresblau im Hintergrund geschützt bleibt.

Die 5 besten Unterwasser-Farbkorrektur-Apps & Programme im direkten Vergleich

In unserer Vergleichstabelle siehst du auf einen Blick, welche App für welches Gerät, welche Dateiformate und welches Budget gebaut ist:

Kriterium / App Testsieger 1-Klick-App
AquaColorFix
App + Tauchlogbuch
Dive+ (Dive Plus)
Desktop-Klassiker (RAW & JPEG)
Vivid-Pix Land & Sea
Gratis für Insta360
Insta360 AquaVision 2.0
Profi-Referenz für RAW
Adobe Lightroom (Mobile & Classic)
PlattformeniOS (iPhone / iPad) & AndroidiOS & AndroidWindows & macOS (Desktop-Software)iOS, Android, Windows & macOS (Insta360 Studio)iOS, Android, Windows & macOS
Fotos & VideosUnterwasserfotos & UnterwasservideosFotos & Videos (+ Steuerung für Weefine/Kraken Gehäuse)Fotos (JPEG, TIFF und echte Kamera-RAW-Dateien!)360-Grad-Videos & 4K-Actioncam-Videos (X4, Ace Pro 2, GO 3S)RAW-Fotos (.DNG, .ORF, .ARW), JPEGs & kurze Videoclips
Arbeitsweise & TechnikSpezieller Rot-/Magenta-Rekonstruktions-Algorithmus mit Schieberegler für KorrekturstärkeAutomatisches 1-Tap-Color-Restore mit Vorher-/Nachher-Wischvergleich9-Bilder-Vorschaumatrix (24 patentierte Unterwasser-Algorithmus-Stufen zur Schnellauswahl)KI-gestützter Unterwasser-Weißabgleich ohne Rotfilter-VorsatzManueller Weißabgleich, Farb-Grading-Räder, Maskierung & KI-Entrauschen
Gratis-Version & LimitsKostenloser Test mit Wasserzeichen auf Exporten, Fotos teils mit BannerBis zu 3 Foto-Korrekturen am Tag gratis (mit kleinem Dive+ Wasserzeichen)Kostenlose Testversion verfügbar100 % kostenlos und ohne Wasserzeichen für alle Insta360-KamerasLightroom Mobile Grundfunktionen am Smartphone kostenlos nutzbar
Kostenmodell (Pro)Fairer Einmalkauf (Lifetime) oder günstiges JahresaboMonats- oder Jahresabo (für unbegrenzte 4K-Videokorrektur ohne Wasserzeichen)Einmalkauf (ca. 49 USD, kein Abo nötig!)Komplett kostenlos in der App & Desktop-Software enthaltenAdobe Foto-Abo (für Masken, RAW-Entwicklung & Cloud-Sync)
Ideale ZielgruppeSchnorchler & Taucher, die direkt nach dem Tauchgang auf dem Boot Fotos & Clips ohne Aufwand retten wollenTaucher, die ein soziales Tauchlogbuch mit automatischer Video-Farbkorrektur kombinieren möchtenKompakt- und Systemkamera-Fotografen (z. B. Tough TG-7), die am Laptop hunderte Urlaubsbilder im Stapel korrigierenAlle Besitzer einer Insta360 X4, Ace Pro 2 oder GO 3SAnspruchsvolle Unterwasserfotografen, die maximale Kontrolle ohne unnatürliches Knallrot verlangen

1. AquaColorFix im Detail: Unser Favorit für Smartphone & Tablet

Die App AquaColorFix (verfügbar im Apple App Store für iPhone/iPad und im Google Play Store für Android) hat sich in den letzten zwei Jahren unter Tauchern zum Geheimtipp entwickelt – und löst bei vielen Nutzern das ältere Dive+ ab. Der Grund liegt in der Bedienphilosophie: Während viele Automatik-Filter ein Unterwasserbild auf Knopfdruck komplett in ein unnatürliches, grelles Erdbeerrot tauchen, gibt dir AquaColorFix fein abgestufte Werkzeuge in die Hand:

  • Dosierbarer AquaColorFix-Hauptregler: Nach dem Laden eines Fotos oder Videos berechnet die App sofort einen Vorschlag. Über einen Intensitätsregler reduzierst du die Korrektur in Sekundenschnelle von 100 Prozent auf beispielsweise 65 oder 70 Prozent – genau den Punkt, an dem das Wasser noch glaubwürdig tiefblau aussieht, die Schildkröte im Vordergrund aber ihre natürliche braun-rote Panzerzeichnung zurückerhält.
  • Separate Regler für Tiefenkorrektur, Magenta-Tonung und Kontrast: Gerade in grünlichen Gewässern (Mittelmeer im Frühjahr, Atlantik oder heimischer See) reicht reines Rot nicht aus. Über den zusätzlichen Farbton-Regler (Tint) nimmst du den Grünstich gezielt mit einem Hauch Magenta heraus.
  • Fotos UND hochauflösende Videos: AquaColorFix verarbeitet nicht nur Standbilder, sondern rendert auch 4K-Videoclips von deiner GoPro, DJI Osmo Action oder deinem Smartphone-Tauchgehäuse direkt auf dem Telefon.

2. Dive+ (Dive Plus): Der Pionier mit Vorher-/Nachher-Wischer und Logbuch

Dive+ war die erste App, die die Ein-Klick-Farbkorrektur auf Tauchbooten berühmt gemacht hat. Zudem dient Dive+ gleichzeitig als Steuerungs-App für viele elektronische Bluetooth-Unterwassergehäuse wie das Weefine Smart Housing und Kraken KRH08. Der größte Spaßfaktor von Dive+ ist der interaktive Vorher-/Nachher-Teiler, mit dem man den Finger über das türkise Originalbild zieht und darunter wie beim Abwischen einer beschlagenen Scheibe das bunt korrigierte Riff zum Vorschein kommt.

Was man bei Dive+ wissen muss: In der kostenlosen Version ist die Anzahl der täglichen Foto-Korrekturen stark begrenzt (meist auf 3 Bilder pro Tag) und jedes gespeicherte Bild erhält ein kleines „Dive+“-Wasserzeichen in der Ecke. Zudem fehlt in der reinen 1-Klick-Ansicht oft ein feiner Intensitätsregler, sodass Bilder aus geringen Tiefen (3 bis 6 Meter) manchmal zu stark ins Rötlich-Violette kippen. Wer viel filmt und das Wasserzeichen entfernen möchte, benötigt das kostenpflichtige Dive+ VIP-Abo.

3. Vivid-Pix Land & Sea: Die beste Lösung für PC, Mac und RAW-Dateien

Wer mit einer richtigen Unterwasserkamera wie der OM System Tough TG-7, der Pentax WG-8 oder der SeaLife Micro 3.0 fotografiert, bringt von einer Tauchsafari schnell 800 bis 1.500 Fotos (oft im verlustfreien RAW/DNG-Format) auf der SD-Karte mit nach Hause. Diese Datenmengen möchte niemand einzeln auf einem kleinen Handydisplay antippen.

Hier schlägt die Stunde von Vivid-Pix Land & Sea für Windows und macOS: Sobald du ein Unterwasserfoto öffnest, zeigt dir das Programm auf einem einzigen Bildschirm eine 3x3-Matrix mit 9 unterschiedlich starken Farb- und Kontrastkorrekturen desselben Bildes. Dein menschliches Auge erkennt im direkten Vergleich sofort, welche der neun Kacheln am natürlichsten wirkt. Du klickst auf die beste Kachel, passt bei Bedarf noch minimal Helligkeit oder Schärfe an und überträgst genau dieses Rezept per Stapelverarbeitung auf alle 50 Fotos desselben Tauchgangs. Weiterer Pluspunkt: Vivid-Pix wird als klassische Kauflizenz (Einmalkauf ohne monatliches Abo) angeboten.

Die physikalische Grenze jeder App: Warum ab 12 bis 15 Metern nur echtes Licht hilft

So beeindruckend AquaColorFix und Dive+ bei Schnorchel- und Flachwassertauchgängen bis rund 10 oder 12 Meter Tiefe arbeiten – ab etwa 15 Metern Wassertiefe stößt jede Software der Welt an eine unüberwindbare physikalische Mauer: Wo im Wasser absolut null Prozent rotes Sonnenlicht mehr ankommen, enthält der Rotkanal deiner Kamera oder Actioncam nur noch den Zahlenwert Null und elektronisches Bildrauschen.

Wenn eine App in 20 Metern Tiefe versucht, diesen leeren Rotkanal künstlich um das Zehnfache zu verstärken, entstehen hässliche graurote Rauschflecken, magentafarbene Ränder an Flossen und knallrote Schatten im eigentlich blauen Wasser. Die goldene Praxisregel lautet deshalb:

  • 0 bis 10 Meter (Schnorcheln & flaches Riffdach): Hier reichen Umgebungslicht und eine nachträgliche 60-%-Korrektur in AquaColorFix (oder der eingebaute Farbtemperatursensor einer DJI Osmo Action 5 Pro) vollkommen aus.
  • 10 bis 18 Meter bei starker Sonne: Nutze einen physischen Aufsteck-Rotfilter am Gehäuse oder filme in 10-Bit Log mit einer Graukarte für den manuellen Weißabgleich.
  • Ab 15 Metern Tiefe, an Steilwänden, in Wracks & im Baggersee: Hier ersetzt keine App der Welt eine echte Unterwasser-Videolampe mit CRI 90+ (wie die Wurkkos DL30, die Wurkkos DL40 oder die Scubapro Nova 720 Wide) oder einen externen Unterwasserblitz. Erst wenn deine Lampe echtes weißes Licht auf die Koralle wirft, hat die Kamera wieder echte Farben auf dem Sensor!

Das beste Zubehör für farbechte Aufnahmen schon vor der App-Korrektur

Praxiserprobtes Zubehör für scharfe, sichere und beschlagfreie Aufnahmen (* Affiliate-Links zu Amazon.de):

Profi-Geheimtipp

Unterwasser-Weißabgleichskarte (Graukarte mit Lanyard)

Einfach auf Tauchtiefe kurz vor die Linse halten und manuellen Weißabgleich drücken – spart 80 % Nachbearbeitung.

Smartphone bis 60m

Divevolk SeaTouch 4 Max Unterwassergehäuse

Erlaubt unter Wasser vollen Touchscreen-Zugriff auf den manuellen Weißabgleich und RAW-Modus deines Smartphones.

Für Actioncams

SOONSUN / Backscatter Tauchfilter-Set (Rot & Magenta)

Optische Farbfilter für blaues Salzwasser (Rot) und grünes Süßwasser (Magenta) für GoPro & DJI Gehäuse.

Schneller Transfer

USB-C SD- & microSD-Kartenleser für iPhone & Android

Überträgt 4K-Videos und RAW-Fotos direkt auf dem Tauchboot von der Actioncam in AquaColorFix aufs Handy.

Wenn du deine Bilder lieber manuell und ohne Qualitätsverlust am Computer entwickelst, lies direkt weiter in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung für Lightroom & Photoshop oder entdecke, wie du ChatGPT für eigene Unterwasser-Presets nutzt.

* Transparenzhinweis zu Affiliate-Links: Mit einem Sternchen (*) gekennzeichnete Links und Buttons („Bei Amazon prüfen*“ / „Preis prüfen*“) sind sogenannte Provisions-Links (Affiliate-Links) zum Amazon PartnerNet. Wenn du über einen solchen Link bestellst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Kaufpreis um keinen Cent – du unterstützt damit den werbe- und kostenfreien Betrieb von unterwasser-kamera.org.

→ Passende Tests & weiterführende Praxis-Ratgeber

? Häufige Fragen zur Unterwasserfotografie

Ist AquaColorFix kostenlos oder braucht man ein Abo? ↓

Du kannst AquaColorFix kostenlos herunterladen und mit deinen eigenen Unterwasserfotos und Videos ausprobieren. In der Gratis-Version wird beim Speichern ein kleines Wasserzeichen eingeblendet. Für den Export in voller Auflösung ohne Wasserzeichen bietet AquaColorFix neben günstigen Abos auch eine sehr faire Einmalkauf-Lizenz (Lifetime) an.

Sollte ich beim Tauchen einen Rotfilter aufstecken, wenn ich später AquaColorFix nutze? ↓

In geringen Tiefen bis 8 Meter brauchst du keinen physischen Rotfilter, da die Kamera noch genügend rote Lichtinformationen aufzeichnet, die AquaColorFix hervorragend verstärken kann. Zwischen 10 und 18 Metern bei Sonnenschein hilft ein leichter physischer Rotfilter jedoch enorm, weil er verhindert, dass der Blau- und Grünkanal des Sensors übersteuert.

Warum wird das blaue Meerwasser bei manchen Farbkorrektur-Apps plötzlich lila oder braun? ↓

Das passiert, wenn eine App pauschal über das gesamte Bild hinweg Rot und Magenta anhebt (auch in den dunklen Blautönen des freien Wassers). Reduziere in diesem Fall in AquaColorFix den Hauptregler von 100 Prozent auf etwa 60 bis 75 Prozent – dann bleibt das Freiwasser natürlich kobaltblau, während das Riff im Vordergrund trotzdem farbig leuchtet.

Wie bekomme ich die Fotos von meiner GoPro oder Tough TG-7 schon auf dem Tauchboot in die Handy-App? ↓

Am schnellsten und akkuschonendsten geht das nicht per langsamem Kamera-WLAN, sondern mit einem kleinen USB-C- bzw. Lightning-Speicherkartenleser (für rund 15 Euro). Du nimmst nach dem Abtrocknen die microSD- oder SD-Karte aus der Kamera, steckst sie in den Adapter am Smartphone und öffnest die Bilder direkt in AquaColorFix.