Er erreicht Längen von zwölf bis über vierzehn Metern, bringt mehr als fünfzehn Tonnen auf die Waage und ernährt sich dennoch ausschließlich von winzigem Plankton, Krill, Fischlaich und kleinen Sardinen: Der Walhai (Rhincodon typus) ist nicht nur der größte Hai, sondern der größte Fisch unseres Planeten überhaupt. Eine Begegnung mit dem friedlichen Giganten und seinem unverwechselbaren Schachbrettmuster aus weißen Punkten und hellen Streifen gehört zu den bewegendsten Momenten beim Schnorcheln und Gerätetauchen.
Jedes Punktmuster ist so einzigartig wie ein menschlicher Fingerabdruck
Ein spannendes Detail für Unterwasserfotografen: Mit einem scharfen Foto der linken Körperseite direkt hinter der fünften Kiemenspalte (oberhalb der linken Brustflosse) kannst du aktiv zur internationalen Meeresforschung beitragen! Die Anordnung der weißen Punkte in diesem Bereich ist bei jedem Walhai weltweit individuell. Wissenschaftliche Datenbanken (wie Wildbook for Whale Sharks) nutzen denselben Mustererkennungs-Algorithmus, der in der Astronomie zur Kartierung von Sternbildern entwickelt wurde, um einzelne Walhaie auf ihren tausende Kilometer langen Wanderungen wiederzuerkennen.
Die 4 wichtigsten Regeln für Walhai-Fotografen
- Absolutes Blitzverbot: Schalte deinen internen Kamerablitz und externe Amphibienblitze beim Walhai zwingend aus! Da Walhaie sich meist dicht unter der sonnendurchfluteten Wasseroberfläche aufhalten, ist ein Blitz ab zwei Metern Abstand ohnehin wirkungslos und erschreckt das Tier.
- Maximales Weitwinkel- oder Fisheye-Objektiv: Um einen acht bis zehn Meter langen Walhai aus drei bis vier Metern vorgeschriebenem Mindestabstand komplett von der breiten Maulöffnung bis zur Schwanzflosse aufs Bild zu bekommen, brauchst du den maximal möglichen Bildwinkel (z. B. eine Actioncam im Weitwinkelmodus oder ein Fisheye-/Weitwinkel-Domeport).
- Parallel auf Kopfhöhe mitschwimmen: Schwimme niemals frontal vor das Maul des Walhais und berühre niemals seine Flossen. Halte seitlich auf Höhe des Auges und der Kiemenspalten mindestens drei Meter Abstand (zur kräftigen Schwanzflosse mindestens vier Meter).
- Die besten Reviere: Zu den bekanntesten Hotspots zählen das Süd-Ari-Atoll auf den Malediven (ganzjährig, Details auf tauchen-am-meer.de), das Ningaloo Reef in Westaustralien (März bis Juli), Isla Mujeres / Cancún in Mexiko (Juni bis September) sowie Galápagos und Djibouti.