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Hammerhai – Der Meister der Sinne: Schulen im Blauwasser fotografieren

Hammerhaie (Sphyrna lewini & Sphyrna mokarran) unter Wasser fotografieren: Die Funktion des Cephalofoils (Kopfflügels) und die besten Reviere von Ägypten bis Galápagos.

Wenn sich im tiefblauen Freiwasser vor einem Hochseeriff plötzlich Dutzende schattenhafte Silhouetten aus der Dämmerung lösen und im Gleichklang ihre breit ausgezogenen Köpfe hin und her schwenken, schlägt das Herz jedes Tauchers höher: Eine Begegnung mit einer Schule von Bogenstirn-Hammerhaien (Sphyrna lewini) oder einem einzelnen bis zu fünf Meter langen Großen Hammerhai (Sphyrna mokarran) gehört zu den eindrucksvollsten Momenten, die man mit einer Unterwasserkamera festhalten kann.

Warum hat der Hammerhai einen „Hammer“? Das Geheimnis des Cephalofoils

Die seitlichen Kopfverbreiterungen des Hammerhais – in der Meeresbiologie als Cephalofoil (Kopfflügel) bezeichnet – sind kein Zufall der Evolution, sondern ein hochpräzises Sinnes- und Manövrierinstrument:

  • 360-Grad-Rundumsicht & räumliches Tiefensehen: Da die Augen an den äußersten Enden des Hammers sitzen, überlappen sich die Sichtfelder bei der Vorwärtsbewegung zu einem außergewöhnlich präzisen stereoskopischen 3D-Blick, mit dem der Hai Entfernungen zu Beutefischen millimetergenau einschätzt.
  • Elektromagnetischer Metalldetektor im Sand: Auf der gesamten breiten Unterseite des Kopfes sitzen Tausende Lorenzinische Ampullen. Wie mit einem breiten Suchgerät fährt der Große Hammerhai dicht über den Sandboden und ortet die winzigen bioelektrischen Herzschlag-Impulse von Stachelrochen, die komplett im Sand eingegraben sind.
  • Bugstrahlruder für engste Wendemanöver: Der flache Kopfflügel erzeugt bei schnellen Richtungswechseln dynamischen Auftrieb und erlaubt dem Hammerhai engere Kurvenradien als jedem anderen Großhai.

Wie du scheue Hammerhai-Schulen nah vor das Objektiv bekommst

Im Gegensatz zum neugierigen Weißspitzen-Hochseehai (Longimanus) sind Bogenstirn-Hammerhaie (etwa am Daedalus Reef im Roten Meer, vor Cocos Island, Galápagos oder Malpelo) äußerst geräuschempfindlich. Das laute Blubbern ausströmender Atemluft aus dem Lungenautomaten lässt eine Hammerhai-Schule oft sofort auf Abstand gehen.

Fotografen-Taktik: Bleibe am Riffhang oder im Blauwasser vollkommen ruhig auf einer Tiefe stehen, vermeide hektische Flossenschläge und halte genau in dem Moment, in dem ein Tier auf dich zuschwimmt, für ein paar Sekunden ruhig den Atem an (niemals beim Aufsteigen, sondern nur bei konstanter Tiefe!). Positioniere dich leicht unterhalb der Schule, sodass du schräg nach oben gegen die helle Wasseroberfläche fotografierst – so zeichnet sich die typische Hammer-Kopfform gestochen scharf gegen das helle Oberflächenlicht ab.

? Häufige Fragen zur Unterwasserfotografie

Wo kann man schon in wenigen Flugstunden von Deutschland aus Hammerhaie sehen? ↓

Im südlichen ägyptischen Roten Meer – vor allem an der Nordspitze des Daedalus Reef sowie an den Jackson- und Thomas-Riffen in der Straße von Tiran (Sharm el-Sheikh) in den Sommermonaten – ziehen regelmäßig Schulen von Bogenstirn-Hammerhaien durch das Blauwasser.