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Physik unter Wasser: Lichtbrechung, Farbverlust, Druck & Optik beim Tauchen

Warum verschwindet Rot ab 5 Metern Tiefe? Warum wirken Objekte unter Wasser 25 % näher und ein Drittel größer? Alles über Unterwasser-Optik, Domeports und Licht.

Wer unter Wasser scharfe, farbechte Fotos und Videos aufnehmen möchte, muss verstehen, wie sich Wasser als optisches Medium von der Luft unterscheidet. Wasser hat eine rund 800-mal höhere Dichte als Luft. Das verändert sowohl die Ausbreitung von Lichtwellen und Farben als auch den Bildwinkel jedes Objektivs.

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Warum unter Wasser alles ein Drittel größer und 25 Prozent näher erscheint

Jeder Taucher kennt den Effekt von seiner Tauchmaske: Fische wirken unter Wasser etwa um ein Drittel größer und scheinen ein Viertel näher zu sein, als sie tatsächlich sind. Die Ursache ist der Brechungsindex beim Übergang der Lichtstrahlen vom optisch dichteren Wasser (Brechungsindex ca. 1,33) durch das flache Frontglas (Planport) in die Luft im Inneren des Gehäuses (Brechungsindex 1,0).

  • Folge beim flachen Gehäuseglas (Planport): Ein 24-mm-Weitwinkelobjektiv verliert hinter einer flachen Scheibe rund ein Viertel seines Bildwinkels und verhält sich unter Wasser plötzlich wie ein 32-mm-Objektiv. Zudem treten an den Bildrändern Farbsäume (chromatische Aberration) und Unschärfen auf. Für die Makrofotografie ist dieser Vergrößerungseffekt eines Planports dagegen ausdrücklich erwünscht!
  • Die Lösung für Weitwinkel (Domeport / Halbkugel-Port): Setzt man statt einer flachen Scheibe eine gewölbte Halbkugel (Domeport) vor das Objektiv, treffen die Lichtstrahlen ungebrochen im rechten Winkel auf die Glasoberfläche. Das Weitwinkelobjektiv behält seinen vollen Bildwinkel von 100 bis 130 Grad, sodass du selbst große Schiffswracks oder Mantarochen aus kürzester Distanz (mit wenig störendem Wasser zwischen Linse und Motiv) formatfüllend abbilden kannst.

Die Grundregel der Unterwasserfotografie: So nah wie möglich ran!

Da jeder zusätzliche Meter Wasser zwischen Kamera und Motiv Kontrast schluckt, Farben dämpft und Schwebstoffe ins Bild bringt, lautet das wichtigste Gesetz der Unterwasserfotografie: Reduziere die Wassersäule zwischen Objektiv und Motiv auf das absolute Minimum. Ein Weitwinkelobjektiv, mit dem du bis auf 30 bis 80 Zentimeter an eine Koralle oder Schildkröte heranschwimmst (natürlich ohne das Tier zu bedrängen oder das Riff zu berühren), liefert um Klassen brillantere und schärfere Bilder als jedes Heranzoomen aus vier Metern Entfernung.

? Häufige Fragen zur Unterwasserfotografie

Wann verwende ich einen Planport und wann einen Domeport? ↓

Ein flacher Planport wird für Makroobjektive und mittlere Brennweiten genutzt, da die Lichtbrechung an der flachen Scheibe einen willkommenen Lupeneffekt bewirkt. Ein gewölbter Domeport kommt bei Weitwinkel- und Fisheye-Objektiven zum Einsatz, um den vollen Bildwinkel unter Wasser zu erhalten und Randunschärfen zu vermeiden.