Seit dem Erscheinen der neuen Action 5 Pro ist der Straßenpreis der DJI Osmo Action 4 auf rund 250 bis 279 Euro gefallen. Für Taucher und Unterwasserfilmer ist genau das die wohl beste Nachricht des Jahres: Denn die Osmo Action 4 besitzt bereits denselben großen 1/1,3-Zoll-Bildsensor, denselben physischen Hardware-Farbtemperatursensor auf der Vorderseite und dieselbe 10-Bit-D-Log-M-Farbtiefe wie das aktuelle Spitzenmodell. Wer eine kompromisslos tauchtaugliche Actioncam sucht und rund 110 Euro für ein gutes Tauchgehäuse oder eine Videolampe sparen möchte, landet zwangsläufig bei der Action 4.
Warum die großen 2,4-µm-Pixel der Action 4 unter Wasser so überlegen sind
Viele Käufer lassen sich auf dem Datenblatt davon irritieren, dass die DJI Osmo Action 4 Fotos nur mit 10 Megapixeln auflöst, während die GoPro Hero 12/13 mit 27 Megapixeln und die neuere Action 5 Pro mit 40 Megapixeln wirbt. Doch für 4K-Unterwasservideos (3.840 x 2.160 Pixel entsprechen exakt 8,3 Megapixeln) ist dieser Verzicht auf hochgezüchtete Megapixelzahlen ein physikalischer Segen.
Da sich auf der großen 1/1,3-Zoll-Sensorfläche der Action 4 nur 10 Millionen lichtempfindliche Dioden drängen, ist jedes einzelne Pixel volle 2,4 Mikrometer (µm) groß. Zum Vergleich: Je größer ein einzelnes Pixel ist, desto mehr Photonen fängt es pro Belichtungszyklus (zum Beispiel bei einer 1/120 Sekunde in 4K60) ein. Taucht man auf 20 oder 30 Meter Tiefe ab oder filmt in einem deutschen Baggersee unter der Sprungschicht, wo 85 bis 95 Prozent des Sonnenlichts fehlen, muss die DJI Osmo Action 4 ihre elektronische Signalverstärkung (ISO) viel weniger hochdrehen als Kameras mit kleineren Sensoren. Das Wasser im Hintergrund bleibt samtig blau oder smaragdgrün statt körnig zu grieseln.
DJI Osmo Action 4 (Standard Combo / Adventure Combo)
Technische Eckdaten
- Sensor & Pixelgröße: 1/1,3 Zoll CMOS (10 MP, riesige 2,4 µm Pixel)
- Videoauflösung: 4K mit bis zu 120 fps (4:3 und 16:9)
- Farbtemperatursensor: Ja (dedizierter Sensor im Buchstaben O auf der Front)
- Farbtiefe: 10-Bit D-Log M, 10-Bit HLG & 10-Bit Normal (über 1 Mrd. Farben)
- Wasserdichtigkeit nackt: 18 Meter ohne Gehäuse nach IP68
- Tauchtiefe mit Gehäuse: 60 Meter (Original DJI 60m Waterproof Case)
Stärken unter Wasser
- + Überragendes Preis-Leistungs-Verhältnis (rund 100 Euro günstiger als Action 5 Pro)
- + Natürlicher Unterwasser-Weißabgleich ohne Rotfilter dank Hardware-Farbsensor
- + 18 Meter nackte Wasserdichtigkeit bietet enorme Sicherheitsreserve beim Schnorcheln
- + Voll kompatibel mit dem Zubehör, den Tauchgehäusen und sogar den neuen Akkus der Action 5 Pro
Einschränkungen
- - Noch kein integrierter Wasserdruck-Tiefensensor (erst ab Action 5 Pro an Bord)
- - Fotoauflösung mit 10 MP für reine Standbild-Fotografen geringer als bei der Action 5 Pro
- - LC-Displays statt der noch helleren OLED-Screens des Nachfolgers
Der Hardware-Farbtemperatursensor in der Praxis
Versteckt im runden Buchstaben „O“ des Action-Logos auf der Kameravorderseite sitzt bei der DJI Osmo Action 4 ein dedizierter Umgebungslicht- und Farbtemperatursensor. Während normale Kameras versuchen, den Weißabgleich durch eine reine Bildanalyse des Sensors zu erraten – und beim Anblick einer blauen Wasserwand sofort in einen violetten oder grünen Farbstich abdriften –, misst dieser Frontsensor kontinuierlich das tatsächlich einfallende Lichtspektrum in Kelvin.
Beim Abtauchen von der Oberfläche bis auf 15 Meter regelt die Action 4 die Farbtemperatur butterweich und ohne sichtbare Farbsprünge nach. In tropischen Gewässern (Rotes Meer, Karibik, Indopazifik) kannst du im Tiefenbereich bis 12 Meter komplett auf Aufsteck-Rotfilter verzichten und erhältst bereits im 10-Bit-Normalmodus leuchtende Korallenfarben und natürliche Hauttöne bei Tauchpartnern.
DJI Osmo Action 4 vs. Action 5 Pro: Wann reicht die 4er, wann lohnt die 5er?
Beide Kameras teilen sich exakt dieselben Gehäuseabmessungen – das originale DJI 60-Meter-Tauchgehäuse passt sowohl für die Action 3, die Action 4 als auch die Action 5 Pro. Selbst der neue 1.950-mAh-Extreme-Plus-Akku der Action 5 Pro lässt sich in die Action 4 einsetzen und verlängert dort die Laufzeit erheblich. Die Entscheidung ist daher einfach:
- Greife zur DJI Osmo Action 4 (ca. 269 EUR), wenn du primär 4K-Unterwasservideos im 60-Meter-Tauchgehäuse drehst und das gesparte Budget lieber in das originale DJI-Tauchgehäuse und eine gute Videolampe wie die Wurkkos DL30 oder OrcaTorch D710 investieren möchtest.
- Greife zur DJI Osmo Action 5 Pro (ca. 379 EUR), wenn du den eingebauten Tiefenmesser (automatischer Aufnahmestart beim Abtauchen + Tiefen-Overlay im Video), 48 GB internen Notfallspeicher, den höheren Dynamikumfang von 13,5 Blendenstufen und hochauflösende 40-Megapixel-Standbilder wünschst.
Unsere empfohlenen Einstellungen für die DJI Osmo Action 4 beim Tauchen
Damit die Action 4 unter Wasser ihr volles Potenzial ausschöpft, empfehlen wir, auf die Schnellwahltaste (QS-Button an der Gehäuseseite) zwei benutzerdefinierte Modi (C1 und C2) zu legen, zwischen denen du auch im geschlossenen Tauchgehäuse mit einem einzigen Tastendruck wechseln kannst:
- C1 (Riff & Freiwasser ohne Lampe): 4K / 60 fps, Sichtfeld „Weit (Wide)“ oder „Standard (Entzerrt)“, Stabilisierung „RockSteady“ (nicht RockSteady+, um Bildwinkel zu sparen), Farbe „10-Bit Normal“ (oder „10-Bit D-Log M“ für Nachbearbeitung), Weißabgleich „Auto (Unterwasser)“, Schärfe „-1“, Rauschunterdrückung „0“.
- C2 (Wrack, Höhle & Nachttauchgang mit Videolampe): 4K / 60 fps, Verschlusszeit „1/120 bis 1/8000 s“, ISO-Limit auf „100 bis 1600“ begrenzen (verhindert Aufrauschen des dunklen Freiwassers außerhalb des Lampenkegels), Belichtungskorrektur „-0,7 EV“ (schützt kleine, hell angestrahlte Fische vor dem Überstrahlen).
Den direkten Vergleich aller technischen Daten findest du in unserer Action-Cam Unterwasser Vergleichstabelle 2026.