Wer eine echte Kompaktkamera mit optischem Zoom sucht, die ohne zusätzliches Tauchgehäuse tiefer als die üblichen 10 bis 15 Meter tauchen darf, stößt unweigerlich auf die Pentax WG-8 (im Handel teilweise auch als Ricoh WG-8 geführt) und ihr technisch nahezu baugleiches Vorgängermodell Ricoh WG-6. Seit Ricoh Imaging seine traditionsreiche Outdoor-Sparte wieder unter dem Namen Pentax bündelt, führt die WG-8 die Serie als Spitzenmodell an – mit 20 Metern garantierter Tauchtiefe ohne Zusatzgehäuse und dem markanten Kranz aus sechs LED-Makroleuchten direkt rund um das Objektiv.
Pentax WG-8 (Ricoh WG-8) Outdoor- & Unterwasserkamera
Technische Eckdaten
- Tauchtiefe: 20 m ohne Gehäuse (bis zu 2 Stunden nach IPX8)
- Sensor: 1/2,3 Zoll BSI-CMOS mit 20 Megapixeln (JPEG)
- Objektiv: 5-fach optischer Zoom (28–140 mm KB, f/3.5–5.5)
- Makrolicht: 6 einzeln steuerbare LEDs direkt um den Objektivring
- Video & Extras: 4K UHD (30 fps), GPS, Kompass, 37-mm-Filtergewinde
Stärken unter Wasser
- + Volle 20 Meter Tauchtiefe ohne teures Zusatzgehäuse (ideal für Open-Water-Taucher bis 18 m)
- + Integriertes 6-LED-Ringlicht leuchtet 1-cm-Makromotive schattenfrei aus
- + Einzeln schaltbare LED-Paare (links/rechts/oben/unten) für plastische 3D-Struktur
- + 37-mm-Schraubgewinde am Objektiv für Weitwinkel-Konverter oder Rotfilter
- + Extrem verwindungssteifes Gehäuse (bruchfest bis 100 kg, stoßfest bis 2,1 m)
Einschränkungen
- - Speichert ausschließlich JPEGs (kein RAW/DNG für nachträgliche Farbkorrektur)
- - Lichtstärke f/3.5–5.5 erfordert ab 10 Metern Tiefe höhere ISO-Werte als die TG-7 (f/2.0)
- - Kein offizielles 45-m- oder 60-m-Tauchgehäuse für tiefe Tauchgänge erhältlich
1. Pentax WG-8 vs. Ricoh WG-6: Wo liegt der Unterschied?
Bei der Suche auf Amazon.de begegnen dir beide Modellnamen parallel: die Ricoh WG-6 (eingeführt 2019) und die Pentax WG-8 (eingeführt 2024 nach der Markenrückführung zu Pentax). Technisch teilen sich beide Kameras dasselbe Chassis, denselben 20-Megapixel-BSI-CMOS-Sensor, das innenliegende 5-fach-Zoomobjektiv (28–140 mm Kleinbildäquivalent) und die 20-Meter-Dichtigkeit für bis zu zwei Stunden Tauchzeit am Stück. Wenn die Ricoh WG-6 als Restposten deutlich günstiger angeboten wird als die Pentax WG-8, kannst du bedenkenlos zur WG-6 greifen – achte bei Lagerware lediglich darauf, einen frischen Original- oder Zweitakku (Typ DB-110 – baugleich mit dem Akku der OM System TG-7 und Ricoh GR III!) mitzubestellen.
2. Warum die 20-Meter-Grenze für Urlaubstaucher ein echtes Argument ist
Während fast alle anderen Out-of-the-Box-Kompaktkameras wie die OM System Tough TG-7, die Pentax WG-1000 oder die Kodak Pixpro WPZ2 bei 15 Metern (und die Pentax WG-90 bei 14 Metern) enden, ist die Pentax WG-8 bis 20 Meter Wassertiefe für volle 120 Minuten zertifiziert. Damit deckt sie das gesamte Tiefenlimit eines Open-Water-Diver-Tauchscheins (18 Meter) ohne zusätzliches Unterwassergehäuse ab. Wer im Urlaub am Hausriff in Ägypten, auf den Malediven oder im Mittelmeer im Bereich bis 18 Meter taucht und kein sperriges Gehäuse mitschleppen möchte, hat mit der WG-8 genau die Sicherheitsreserve, die einer 15-Meter-Kamera auf 18 Metern fehlt.
3. Das Alleinstellungsmerkmal: Der 6-LED-Makroring mit selektiver Steuerung
Wer mit einer Kompaktkamera im Super-Makro-Modus auf einen Zentimeter an eine Nacktschnecke, eine Partnergarnele oder eine Korallenpolype herangeht, steht vor einem physikalischen Problem: Das Kameragehäuse selbst wirft einen Schatten auf das Motiv, und der eingebaute Kamerablitz sitzt zu weit seitlich, sodass er über das Motiv hinwegleuchtet. Bei der OM System TG-7 muss man dafür den optionalen Lichtleiter-Ringdiffusor FD-1 (ca. 60 Euro) aufbajonettieren.
Bei der Pentax WG-8 und Ricoh WG-6 sitzen sechs helle LEDs kreisförmig direkt in der Objektivfassung. Im Vergleich zur kleineren Schwester WG-90 sind die LEDs der WG-8 fast doppelt so lichtstark und lassen sich im Menü nicht nur dimmen, sondern paarweise einzeln zu- und abschalten: Schaltest du beispielsweise nur die drei linken LEDs ein und lässt die rechten aus, entsteht ein seitlicher Streiflicht-Effekt, der die Kiemenbüschel einer Nacktschnecke oder die Struktur eines Seepferdchens dreidimensional herausarbeitet.
4. Schwächen im offenen Wasser – und wie du sie mit externem Licht ausgleichst
So stark das 6-LED-Ringlicht im 1- bis 10-Zentimeter-Makrobereich arbeitet, so wirkungslos ist es ab einem halben Meter Entfernung: Für Fischporträts oder Riffausschnitte reicht die Leistung der kleinen Objektiv-LEDs unter Wasser nicht aus. Zudem schluckt das Fehlen des RAW-Formats Spielraum in der Nachbearbeitung – was im JPEG blaustichig gespeichert wurde, lässt sich später am PC kaum noch retten.
Deshalb gilt bei der Pentax WG-8 ab fünf Metern Tiefe eine einfache Praxisregel: Schalte im Kameramenü den speziellen „Unterwasser“- bzw. „Unterwasser-Video“-Modus ein (er reduziert den Blaustich und nimmt bei Bedarf mit einem Auslöserdruck zwei Bilder hintereinander auf – eines ohne und eines mit Blitz) und kombiniere die Kamera mit einer breit abstrahlenden High-CRI-Tauchlampe wie der Wurkkos DL30 (CRI 90, 3.600 Lumen) oder der Wurkkos DL40 (CRI 90, 5.000 Lumen). Da die WG-8 ein reguläres 1/4-Zoll-Stativgewinde im Boden besitzt, kannst du sie problemlos auf eine kleine Kameraschiene (Tray) schrauben und die Lampe seitlich versetzt führen, um Backscatter zu vermeiden.
5. Vergleich: Pentax WG-8 vs. OM System Tough TG-7
| Kriterium | Pentax WG-8 / Ricoh WG-6 | OM System Tough TG-7 |
|---|---|---|
| Tauchtiefe ohne Gehäuse | 20 Meter (bis 2 Stunden) | 15 Meter |
| Optionales Tauchgehäuse verfügbar? | Nein (auf 20 m begrenzt) | Ja (PT-059 bis 45 m Tiefe) |
| Sensor & Dateiformat | 20 MP BSI-CMOS (nur JPEG) | 12 MP BSI-CMOS (RAW .ORF + JPEG) |
| Lichtstärke Objektiv | f/3.5–5.5 (28–140 mm) | f/2.0–4.9 (25–100 mm) |
| Makro-Beleuchtung ab Werk | 6-LED-Ringlicht fest eingebaut | Nur mit optionalem Diffusor FD-1 |
| Akku-Typ | DB-110 (baugleich mit LI-92B) | LI-92B (baugleich mit DB-110) |