Jeder, der schon einmal ein herkömmliches Smartphone-Unterwassergehäuse mit Bluetooth-Tasten getestet hat, kennt den größten Frustfaktor: Man ist auf eine fehleranfällige Hersteller-App angewiesen, kann unter Wasser nicht frei auf den Fokus tippen, nicht auf Apple ProRAW oder den Kinomodus zugreifen, die Bluetooth-Batterie im Gehäusegriff ist im entscheidenden Moment leer – und beim nächsten Smartphone-Wechsel passt das teure Gehäuse oft nicht mehr. Das Divevolk SeaTouch 4 Max (und die aus massivem Luftfahrt-Aluminium gefräste Profi-Version SeaTouch 4 Max Platinum) löst all diese Probleme mit einem genialen physikalischen Trick: einer druckausgleichenden, flüssigkeitsgefüllten Touchscreen-Membran.
Wie funktioniert der Unterwasser-Touchscreen des Divevolk SeaTouch 4 Max?
Normalerweise versagt jeder kapazitive Smartphone-Touchscreen unter Wasser sofort: Entweder erkennt das elektrische Feld das leitfähige Salzwasser auf der gesamten Fläche als Dauerberührung (Ghost Touches), oder der Bildschirm sitzt hinter einer starren, trockenen Polycarbonatscheibe, durch die kein Fingerdruck hindurchreicht.
Divevolk umgeht dieses Dilemma mit einer patentierten, mehrschichtigen Flüssigkeits-Gel-Membran auf der Gehäuserückseite. Zwischen der flexiblen Außenfolie und dem Smartphone-Display befindet sich eine dünne, elektrisch abgestimmte Gelschicht, während im Gehäuseinneren fast kein komprimierbares Luftvolumen verbleibt. Das hat zwei durchschlagende Effekte:
- 100 % kapazitive Touch-Übertragung bis 60 Meter: Wenn du unter Wasser (selbst mit dünnen Neopren- oder Nasshandschuhen!) auf die Rückseite des Divevolk-Gehäuses tippst oder wischst, wird der kapazitive Impuls punktgenau auf das Display deines iPhones oder Android-Geräts übertragen.
- Natürlicher Innendruckausgleich: Da Flüssigkeiten und Gele nahezu inkompressibel sind, überträgt die Membran den Umgebungsdruck gleichmäßig auf das flache Displayglas, ohne dass sich ein hohler Gehäusedeckel durchbiegt. Dadurch hält das Standard-SeaTouch 4 Max bis 60 Meter Wassertiefe dicht!
Divevolk SeaTouch 4 Max / SeaTouch 4 Max Platinum
Technische Eckdaten
- Funktionsprinzip: Patentierte kapazitive Flüssigkeits-Gel-Touchscreen-Membran
- Tauchtiefe: bis 60 Meter (IPX8 zertifiziert)
- Elektronik / Batterien: Keine! (Rein mechanisch-kapazitiv – kein Bluetooth, kein Akku nötig)
- Kompatibilität: iPhone 12 / 13 / 14 / 15 / 16 / 17 (Pro & Pro Max) + Samsung Galaxy S22–S25 Ultra u.v.m. per Innenadapter
- Gewinde & Zubehör: M67-Schraubgewinde-Adapter für Rotfilter, Weitwinkel-Dome & +15 Makrolinsen
- Unterschied Platinum: Voll-Aluminium-Gehäuse (statt Polyamid) + 2x 1/4-Zoll-Gewinde + integrierte M67-Aufnahme
Stärken unter Wasser
- + Voller Zugriff auf die originale Kamera-App (Apple ProRAW, 4K120, Action-Modus, Makro, Tele-Linse)
- + Fokus-Punkt und Belichtungskorrektur (Sonnen-Regler) lassen sich unter Wasser direkt mit dem Finger antippen
- + Kann niemals wegen leerer Gehäusebatterien oder Bluetooth-Verbindungsfehlern ausfallen
- + Zukunftssicher: Beim Kauf eines neuen Smartphones tauscht man nur den günstigen Kunststoff-Innenadapter (oder lässt sich kostenlos die 3D-Druck-Datei von Divevolk schicken!)
Einschränkungen
- - Die Gel-Membran auf der Rückseite ist empfindlicher gegen spitze Gegenstände als hartes Glas (Schutzabdeckung an Land immer aufstecken!)
- - Smartphone muss vor dem Einschieben auf „Immer eingeschaltet / Kein Auto-Lock“ gestellt werden
- - Schutzfolien aus dickem Panzerglas auf dem Handy müssen manchmal entfernt werden, damit das Handy leicht in den Adapter gleitet
SeaTouch 4 Max (Standard) vs. SeaTouch 4 Max Platinum: Welches lohnt sich?
Auf Amazon sind beide Varianten erhältlich. Das SeaTouch 4 Max (Standard) besteht aus extrem zähem, glasfaserverstärktem Polyamid-Kunststoff mit einem Edelstahl-Frontring und kostet rund 229 bis 249 Euro. Für 90 Prozent aller Urlaubstaucher, Schnorchler und Unterwasserfilmer ist diese Standardversion vollkommen ausreichend – zumal sich auch hier über die optionale M67-Objektivklemme Rotfilter, Makrolinsen und Weitwinkel-Vorsätze montieren lassen.
Die SeaTouch 4 Max Platinum Version (ca. 399 Euro) richtet sich an ambitionierte Content-Creator und technische Taucher: Ihr Gehäusekörper ist komplett aus eloxiertem Luftfahrt-Aluminium CNC-gefräst, leitet die Abwärme des Smartphones bei langen 4K60-ProRes-Aufnahmen noch schneller ans Wasser ab, besitzt bereits ab Werk einen integrierten 67-mm-Gewindearm vor der Kameralinse sowie zwei verdrehsichere 1/4-Zoll-Edelstahlgewinde an der Unterseite für die Montage auf einem Zwei-Hand-Kameratray mit zwei großen Videolampen wie der Wurkkos DL30 oder der Scubapro Nova 720 Wide.
Warum die direkte Touchscreen-Bedienung unter Wasser ein solcher Quantensprung ist
Moderne Flaggschiff-Smartphones wie das iPhone 15/16 Pro Max oder das Samsung Galaxy S24/S25 Ultra besitzen heute 1/1,28-Zoll-Hauptsensoren, dedizierte 3-fach- und 5-fach-Teleobjektive sowie extrem leistungsfähige Makro-Modi über das Ultraweitwinkel. In einem herkömmlichen Bluetooth-Tastengehäuse bist du jedoch in der fremden Gehäuse-App gefangen, die oft weder das 48-MP-ProRAW-Format noch die 4K120-Zeitlupe oder die manuelle Belichtungssperre (AE/AF-Lock) unterstützt.
Im Divevolk SeaTouch 4 Max öffnest du unter Wasser einfach deine gewohnte Standard-Kamera-App (oder Profi-Video-Apps wie Blackmagic Camera), tippst mit dem Zeigefinger direkt auf das Auge des Clownfisches, ziehst mit einer Fingerbewegung das kleine Sonnensymbol neben dem Fokusquadrat etwas nach unten, damit die weiße Anemone nicht überstrahlt, und löst über die Bildschirmtaste aus. Nach dem Tauchgang kannst du sogar noch während des Sicherheitsstopps auf 5 Metern Tiefe durch deine Galerie wischen oder Unterwasser-Notizen schreiben.
Vier unverzichtbare Vorbereitungs-Schritte vor dem Einschrauben des Smartphones
Da das Divevolk-Gehäuse bewusst keine mechanischen Seitentasten für den Ein-/Ausschalter des Telefons besitzt, solltest du vor dem Einschieben des Smartphones an Land immer diese kurze Checkliste durchgehen:
- Automatische Displaysperre (Auto-Lock) auf „Nie“ stellen (oder beim iPhone die Funktion „Zum Aufwecken tippen / Tap to Wake“ aktivieren und den „Geführten Zugriff“ nutzen).
- Flugmodus einschalten: Spart enorm viel Akku unter Wasser und verhindert, dass eingehende Anrufe oder Pop-up-Nachrichten die Kamera-App verdecken.
- Displayhelligkeit auf 80–100 % setzen (und Auto-Helligkeit kurz ausschalten, damit der Bildschirm auch im hellen Flachwasser perfekt ablesbar bleibt).
- Passenden Innenadapter verwenden: Jedes Divevolk wird mit passenden Kunststoff-Trays für die gängigen iPhone-Modelle geliefert. Für Samsung-, Google-Pixel- oder Huawei-Modelle legst du einfach den entsprechenden Adapterblock ein – das Handy darf im Schlitten nicht wackeln.
Wie das Divevolk im Vergleich zu elektronischen Vakuum-Gehäusen wie dem Kraken KRH08 oder dem SeaLife SportDiver abschneidet, liest du in unserem Test zu Kraken Sports & Weefine sowie im großen Smartphone-Unterwassergehäuse Vergleich.