Nicht nur Taucher und Schnorchler nutzen die moderne Kameratechnik unter der Wasseroberfläche: Auch beim Angeln hat die Unterwasserkamera zu erstaunlichen Erkenntnissen über das tatsächliche Verhalten von Raub- und Friedfischen geführt. Wer zum ersten Mal eine unauffällige Kamera direkt vor seinen Kunstköder oder auf seinen Karpfen-Futterplatz legt, staunt oft, wie häufig Hechte, Barsche, Zander oder Großkarpfen den Köder minutenlang misstrauisch begutachten, anstupsen oder wieder ausspucken, ohne dass an der Rutenspitze oder am Bissanzeiger auch nur der kleinste Zupfer zu sehen war.
Die zwei Kamerasysteme für Angler im Vergleich
Beim Angeln kommen zwei völlig unterschiedliche Bauformen von Unterwasserkameras zum Einsatz, weil normale würfelförmige Actioncams (wie eine GoPro) beim Einholen an der Angelschnur durch ihren Wasserwiderstand wild rotieren würden:
1. Water Wolf 2.0 HD 1080p Unterwasser-Angelkamera
Technische Eckdaten
- Bauform & Gewicht: Hydrodynamische Torpedoform mit Stabilisierungsflosse, 66 Gramm
- Tauchtiefe & Akku: Wasserdicht bis 100 Meter, bis zu 3,5 Stunden Aufnahmezeit in Full-HD
- Montage: Direkt auf der Hauptschnur (ca. 50–120 cm vor dem Kunstköder oder Vorfach)
Stärken unter Wasser
- + Läuft beim Schleppangeln, Spinnfischen und Grundangeln völlig drallfrei auf den Köder gerichtet
- + Tarnfarbener grüner Gehäusekörper ohne blinkende Warn-LEDs unter Wasser
- + Inklusive Messing-Auftriebsgewichten für langsames oder schnelles Einholen
Einschränkungen
- - Kein Live-Bild ans Ufer (Funkwellen dringen nicht durch Wasser – Auswertung nach dem Einholen)
2. Kabelgebundene Live-Angelkameras mit Monitor (für Boots-, Eis- und Karpfenangler)
Warum gibt es keine schnurlose WLAN-Livekamera in fünf Metern Wassertiefe? Weil hochfrequente 2,4-GHz-Funkwellen (WLAN und Bluetooth) bereits durch wenige Zentimeter Wasser vollständig abgeschirmt werden. Wer beim Vertikalangeln vom Boot, beim Eisangeln oder bei der Kontrolle einer Montage am Grund ein Live-Bild auf einem Monitor am Ufer sehen möchte, nutzt deshalb eine kabelgebundene Fischkamera mit einem 15 bis 30 Meter langen, kevlarverstärkten Kamerakabel und abschaltbaren Infrarot-LEDs.
Praxistipps für gestochen scharfe Biss-Videos mit der Water Wolf
- Abstand zwischen Kamera und Köder: Befestige die Water Wolf je nach Sichtweite des Gewässers 60 bis 100 Zentimeter vor dem Köder. In trüben Baggerseen oder Flüssen wählst du 50 bis 60 cm, in klaren Voralpenseen oder im Meer beim Dorsch- und Heilbuttangeln bis zu 120 cm.
- Starke Hauptschnur wählen: Da Kamera und Großköder zusammen schnell über 100 Gramm wiegen, solltest du beim Werfen eine geflochtene Hauptschnur mit mindestens 0,20 bis 0,25 mm Durchmesser (ca. 15–20 kg Tragkraft) verwenden, um Schnurbrüche beim Auswerfen zu vermeiden.