Nicht jeder, der nach einer Unterwasserkamera sucht, plant sofort 30-Meter-Gerätetauchgänge an einem Schiffswrack. Für Familien im Sommerurlaub, für Kinder im Schwimmbad oder für gelegentliche Schnorchelausflüge in flachen Mittelmeer-Buchten ist eine 500 Euro teure Profi-Kompaktkamera völlig überdimensioniert – und das eigene 1.000-Euro-Smartphone möchte man im Salzwasser und feinen Strandsand erst recht nicht riskieren. Genau hier punkten die AgfaPhoto Realishot WP8000 (wasserdicht bis 3 Meter) und das neuere Schwestermodell AgfaPhoto Realishot WP9500 (wasserdicht bis 7 Meter) mit ihrem Dual-Screen-Konzept für rund 85 bis 115 Euro.
Das Dual-Screen-Konzept: Warum der Frontbildschirm beim Schnorcheln so praktisch ist
Wer beim Schnorcheln oder im Hotelpool schon einmal versucht hat, ein Foto von sich selbst oder gemeinsam mit den Kindern unter Wasser aufzunehmen, kennt das Problem klassischer Kompaktkameras: Man hält die Kamera mit ausgestrecktem Arm auf sich selbst gerichtet, sieht nur auf die glatte Vorderseite mit dem Objektiv und schneidet auf der Hälfte der Bilder die Köpfe ab.
Sowohl die AgfaPhoto Realishot WP8000 als auch die WP9500 besitzen deshalb neben dem großen 2,7-Zoll-Hauptbildschirm auf der Rückseite ein zweites 1,8-Zoll-Farbdisplay direkt neben dem Objektiv auf der Vorderseite. Mit einem einzigen Druck auf die Display-Umschalttaste wandert das Live-Sucherbild von hinten nach vorn. So siehst du unter der Tauchmaske sofort, ob alle Gesichter und die Koralle im Hintergrund vollständig im Bild sind.
AgfaPhoto Realishot WP8000 / WP9500 Dual-Screen
Technische Eckdaten
- Sensor: 1/3 Zoll CMOS (WP8000: 8 MP nativ / WP9500: 13 MP nativ, bis 24 MP interpoliert)
- Displays: 2,7 Zoll Hauptdisplay hinten + 1,8 Zoll Selfie-Display vorn
- Wasserdichtigkeit: WP8000: bis 3 Meter / WP9500: bis 7 Meter (ohne Zusatzgehäuse)
- Objektiv & Fokus: Fixfokus-Weitwinkel (ab ca. 1,0 m bis unendlich scharf) + 16x Digitalzoom
- Videoauflösung: 2,7K / Full-HD 1080p / HD 720p
- Stromversorgung: Herausnehmbarer Lithium-Ionen-Akku + microSD-Slot
Stärken unter Wasser
- + Zwei Farbdisplays (vorn und hinten) machen Unterwasser-Selfies kinderleicht
- + Komplett geschlossenes Gehäuse ohne ausfahrende Zoom-Mechanik – unempfindlich gegen feinen Sand
- + Sehr einfache, kindgerechte Tastenbedienung und geringes Gewicht (unter 140 Gramm)
- + Herausnehmbarer Lithium-Ionen-Akku statt Batterien, inklusive Schutztasche und Handschlaufe
Einschränkungen
- - Nur 16-facher Digitalzoom (kein optischer Zoom – wer reinzoomt, verliert sofort Bildschärfe)
- - Fixfokus-Objektiv erfordert mindestens 1 Meter Abstand zum Motiv (keine Makroaufnahmen möglich)
- - Streng auf 3 Meter (WP8000) bzw. 7 Meter (WP9500) begrenzt – nichts für Gerätetaucher
WP8000 vs. WP9500: Welches Modell ist das bessere?
Im Handel sind beide Modelle parallel in Farben wie Blau, Rot, Gelb oder Schwarz erhältlich. Der Aufpreis von rund 15 bis 20 Euro für die neuere AgfaPhoto Realishot WP9500 lohnt sich beim Schnorcheln aus zwei handfesten Gründen:
- Mehr Sicherheitsreserve bei der Tauchtiefe (7 m statt 3 m): 3 Meter Wassertiefe bei der WP8000 sind beim Abtauchen mit Flossen am Hausriff schneller erreicht, als man denkt. Die WP9500 ist bis 7 Meter Wassertiefe abgedichtet und verträgt damit auch sportlichere Abtaucher zum Meeresgrund oder wildes Toben und Springen vom Beckenrand deutlich entspannter.
- Höhere native Sensorauflösung (13 MP statt 8 MP): Beide Kameras werben auf der Verpackung mit „24 Megapixeln“, wobei dieser Höchstwert durch digitale Interpolation (Hochrechnen) entsteht. Nativ – also echt auf dem Sony-CMOS-Chip vorhanden – löst die WP8000 mit 8 Megapixeln und die WP9500 mit 13 Megapixeln auf. Unser Rat: Stelle die Bildgröße im Kameramenü fest auf 8 MP (WP8000) bzw. 13 MP (WP9500) ein. So sparst du Speicherplatz und erhältst ehrlichere, schärfere Dateien ohne künstlich aufgeblähte Pixel.
Drei goldene Regeln für scharfe Bilder mit einer Fixfokus-Schnorchelkamera
Anders als teure Tauchkameras wie die Kodak Pixpro WPZ2 oder die OM System Tough TG-7 besitzen günstige Schnorchelkameras unter 120 Euro keinen motorischen Autofokus, sondern ein sogenanntes Fixfokus-Objektiv (ähnlich wie bei einer Actioncam). Damit deine Urlaubsbilder trotzdem scharf werden, beachte drei einfache Punkte:
- Mindestens 1 Meter Abstand halten: Da das Objektiv fest auf den Bereich von etwa 1,2 Meter bis unendlich fokussiert ist, wird alles unscharf, was näher als ein Meter vor der Linse schwimmt. Halte beim Fotografieren von Fischen oder beim Selfie den Arm immer komplett ausgestreckt.
- Finger weg von der Digitalzoom-Wippe: Da kein optischer Zoom verbaut ist, schneidet die Wippe (W/T) lediglich das Bild digital aus und vergrößert die Pixel. Lasse den Zoom immer auf „1,0x“ (Weitwinkel) und schwimme stattdessen ein Stück näher an dein Motiv heran.
- Nur bei gutem Tageslicht fotografieren: Der kleine 1/3-Zoll-Sensor braucht Sonne, um kurze Verschlusszeiten zu erreichen. Gehe am besten zwischen 10 und 15 Uhr bei hochstehender Sonne schnorcheln – dann gelingen mit der AgfaPhoto fröhliche, farbenfrohe Urlaubserinnerungen.
Wenn du einen echten optischen Zoom, einen Autofokus für Nahaufnahmen und bis zu 15 Meter Tauchtiefe suchst, wirf einen Blick auf unseren Test der Kodak Pixpro WPZ2 oder unsere große Vergleichstabelle in der Kategorie Unterwasserkameras im Vergleich.